IG Aktive Mitte
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Ausgangssituation

Innenstädte und Ortszentren sind starken Veränderungen ausgesetzt. Einkaufszentren auf der grünen Wiese und Handelsketten in innerstädtischen Geschäftsstraßen verdrängen alteingesessene Geschäfte. Bewohner ziehen an den Stadtrand. Vielfach sind die Mietpreise für mittelständische oder kleine Unternehmen zu hoch. In der Folge stehen Geschäfte und Wohnungen leer, ehemals lebendige und vielseitige Quartiere veröden - eine Herausforderung für alle, die das urbane Leben, die Vielfalt und Unverwechselbarkeit ihrer Zentren erhalten und für die Zukunft sichern wollen.
Eigeninitiative, Innovation und koordiniertes Handeln sind gefordert, um im Wettbewerb der Standorte konkurrenzfähig zu bleiben.

Leben findet Innenstadt

Das Modellvorhaben Leben findet Innenstadt wurde im Jahr 2005 zunächst als öffentlich-private Kooperation zur Standortentwicklung von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern ausgelobt. Das Programm lief als Modellvorhaben in zehn bayerischen Städten. Im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften haben sich Immobilieneigentümer, Gewerbetreibende, Dienstleister und Bewohner aktiv an der Strukturverbesserung und Aufwertung der jeweiligen Projektgebiete beteiligt.

Ziele des Programms

  • Beispielhafte und innovative Ideen zur Standortstärkung entwickeln und dabei insbesondere private Aktivitäten und Investitionen anstoßen
  • Die Nutzungsvielfalt und Lebendigkeit der Innenstädte und Ortskerne durch Aktivitäten von Eigentümern, Einzelhändlern, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben stärken, um den urbanen Zusammenhang von Wohnen, Arbeiten, Versorgen und Kultur wieder attraktiv zu machen.
  • Dem Gebäudeleerstand vorbeugen, vorhandene Leerstände beseitigen und durch umfassende Projektansätze eine möglichst langfristig wirksame Stabilisierung erreichen.
  • Die Rahmenbedingungen für private Investoren verbessern.
  • Kooperative Verfahren entwickeln, die Immobilieneigentümer, örtliche Wirtschaft und Bürger in eigenverantwortlichem und koordiniertem Handeln unterstützen
  • Maßnahmen und Instrumente freiwilliger öffentlich-privater Partnerschaften erproben, um dem Veränderungsdruck von außen geeignete Entwicklungsstrategien von innen entgegensetzen zu können.

Das Modellvorhaben setzt auf freiwillige Kooperationen in innerörtlichen Gebieten mit deutlichen Defiziten und Mängeln, einem großen Eigeninteresse der Anlieger und einer hohen Mitwirkungsbereitschaft der örtlichen Akteure.

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren / Bund- Länderprogramm

Die zentralen Siedlungsbereiche sind vielfältige Orte für Wirtschaft und Kultur, Orte zum Arbeiten und Wohnen, für Versorgung und Freizeit. Zugleich sind sie Identifikationsorte der Gesellschaft und Kristallisationspunkte für das Alltagsleben.

Angesichts der Bedeutung der Zentren und der vor ihnen liegenden Herausforderungen haben Bund und Länder in der Städtebauförderung das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" eingerichtet. Damit steht erstmals ein spezielles Programm zur Stärkung zentraler Versorgungsbereiche bereit, kurz das "Zentrenprogramm". Zugleich dient das Programm der Innenentwicklung. Mit den Finanzhilfen aus dem Zentrenprogramm unterstützen Bund und Länder die Gemeinden bei der Bewältigung struktureller Schwierigkeiten in den zentralen Stadt- und Ortsbereichen. Im Fördermittelpunkt steht die Stärkung zentraler Versorgungsbereiche mit Funktionsverlusten und Leerständen.

Ziele des Programms

  • Aufwertung des öffentlichen Raumes (Straßen, Wege, Plätze),
  • Instandsetzung und Modernisierung von stadtbildprägenden Gebäuden (auch energetische Erneuerung),
  • Bau- und Ordnungsmaßnahmen für die Wiedernutzung von Grundstücken mit leerstehenden, fehl- oder mindergenutzten Gebäuden oder Brachen einschließlich vertretbarer Zwischennutzung,
  • Citymanagement, Beteiligung von Nutzungsberechtigten und deren Beauftragten im Sinne von § 138 BauGB sowie von Immobilien und Standortgemeinschaften
  • Teilfinanzierung von Verfügungsfonds, Leistungen Beauftragter.

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren in Bayern

Angesichts der positiven Erfahrungen in den Modellvorhaben der Jahren 2006 - 2008 wird das Bund-Länder Programm „Aktive- Stadt und Ortsteilzentren" in Bayern unter dem Namen „Leben findet Innenstadt" fortgesetzt.

Leben findet Innenstadt in Bamberg

Das Gebiet Sand ist als Modellvorhaben „Leben findet Innenstadt" gestartet und wird seit 2008 im Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" weitergeführt. Ebenfalls 2008 ist auch das Gebiet „Aktive Kettenbrücke-Königsstraße-Bahnhof" in dieses Bund-Länder-Programm aufgenommen worden.

Bamberg Mitte

Das Gebiet östlich des rechten Regnitzarms ist in seinen Ursprüngen auf ein slawisches Dorf, der „Theuerstadt" zurückzuführen. Mit der Gründung des Klosters St. Gangolf erhielt das Gebiet, das an Handelsstraßen und Wasserweg liegt, einen neuen Entwicklungsschub. Noch heute kann man den Verlauf des „Steinwegs" der heutigen Königsstraße an der Stadtstruktur ablesen. Die Brauereigaststätten und Herbergen für die Versorgung der Durchreisenden sind erhalten geblieben.

Eine neue Entwicklung erhielt das Gebiet durch den Bau der heutigen Luitpoldstraße, welche den Bahnhof an die Innenstadt anbindet. Das hohe Passantenaufkommen und die Beziehung zur Innenstadt sind und bleiben wichtige Standortfaktoren für das Gebiet.
Durch die Schaffung der Fußgängerzone in den 70er Jahren hat das Gebiet „Kettenbrücke-Königstraße-Bahnhof" noch stärker als zuvor die verkehrliche Zubringerfunktion für die Inselstadt übernehmen müssen. Das motorisierte Verkehrsaufkommen ist gestiegen, die Aufenthaltsqualität gesunken und mehr und mehr Fachgeschäfte haben den Standtort verlassen. Heute ist das Gebiet charakterisiert durch eine hohe Fluktuation gerade der Erdgeschossmieter, durch Leerstände und Investitionsrückstau.

Angesichts der stadtstrukturell und baulich hohen Potentiale des Standortes muss es im Rahmen der Aktiven Stadt- und Ortsteilzentren darum gehen, die Attraktivität und Eigentragfähigkeit des Gebietes zu stärken.


Vorstand von links nach rechts: Ralf Haupt, Christian Wonka, Michael Kalb, Gabriele Tonin, Ted Neumann, Thomas Beese, Susanne Seggelke, Karl Martin Leicht, Gert Papke

„Interessengemeinschaft Aktive Mitte"

Um die Stärkung dieses Gebietes auf allen Bereichen zu unterstützen, wurde Anfang 2009 die „Interessengemeinschaft Aktive Mitte" in öffentlich-privater Kooperation gegründet.

Dem Vorstand gehören als „lokale Akteure" an:

  • Karl Martin Leicht
  • Susanne Seggelke
  • Gabriele Tonin
  • Michael Kalb ( Bürgerverein Gangolf), Vertretung: Herr Böhmelt
  • Ted Neumann (IG Königstr./Luitpold.)
  • Klaus Stieringer (Stadtmarketing Bamberg e.V.)

Außerdem gehören dem Vorstand kraft Satzung Vertreterinnen und Vertreter wichtiger städtischer Ämter und Gesellschaften an:

  • Christian Wonka (Amt für Wirtschaft), Vertretung: Frau Neumann
  • Christine Feldbauer (Ordnungsamt)
  • Gert Papke (Stadtbau GmbH)
  • Thomas Beese ( Stadtplanungsamt)

Weitere Informationen unter: